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Studie zum Tätigkeitsprofil von Betreuungspersonen in der sogenannten „24-Stunden-Betreuung“

Der Forschungsbericht beschreibt das Tätigkeitsprofil in Deutschland tätiger polnischen Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte 24-Stunden-Betreuung oder Pflege). Betreuung in häuslicher Gemeinschaft bezeichnet eine ambulante Betreuungsform, durch in der Regel aus Osteuropa stammende Betreuungsperson, die zeitweise im Haushalt der hilfsbedürftigen Person wohnt und diese in häuslicher Umgebung pflegt und betreut.

Mit dem demografischen Wandel nimmt der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland stetig zu. Das statistische Bundesamt prognostiziert, dass der Bevölkerungsanteil der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2060 mit ca. 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wird, wie es heute der Fall ist (vgl. Statistisches Bundesamt 2015, S. 19). Mit zunehmendem Alter brauchen Menschen auch zunehmend Hilfe bei der Bewältigung des Alltags. Folglich steigt im hohen Alter auch das Risiko, dass zusätzliche Pflege in Anspruch genommen werden muss. Im Dezember 2013 waren rund 2,6 Millionen Deutsche im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) pflegebedürftig, wovon ca. 1,86 Millionen im eigenen Haushalt versorgt wurden. Dies waren mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen. Von denen erhielten wiederum rund 1,25 Millionen Pflegegeld und wurden demnach vorrangig von Angehörigen gepflegt (vgl. Statistisches Bundesamt 2015, S. 7). Die Zahl der Pflegebedürftigen wird bis zum Jahr 2030 auf schätzungsweise 3 bis 3,4 Millionen Pflegebedürftige pro Jahr ansteigen (vgl. IAB 2009, S. 20). Dementsprechend wird die Zahl der Leistungsanbieter auf diesem Feld zunehmen. Von 2011 bis 2013 stieg beispielsweise deutschlandweit die Zahl der ambulanten Pflegedienste um 400 Einrichtungen (3,2 %). Bei der stationären Pflege erhöhte sich die Anbieterzahl um 700 Einrichtungen (5,5 %) (vgl. Statistisches Bundesamt 2015, S. 11 und 20). Trotz der Angebotszunahme besteht in der Pflege weiterhin eine eklatante Versorgungslücke, die mittlerweile zu einem erheblichen Teil durch Betreuungspersonen aus Zentral- und Osteuropa geschlossen wird. Diese leben mit den Hilfsbedürftigen in häuslicher Gemeinschaft und versorgen sie dort. Der Verband für häusliche Betreuung und Pflege schätzt, dass in über 200.000 deutschen Haushalten eine Betreuungsperson in häuslicher Gemeinschaft beschäftigt ist, welche sich um die Pflege eines Angehörigen kümmert (vgl. VHBP 2016). Zu dem genauen Aufgabengebiet und den Arbeitsbedingungen von Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft wird in der Öffentlichkeit viel spekuliert.

Das allgemeine Bild

In Medien wird häufig behauptet, dass diese Kräfte schwarz arbeiten, 24 Stunden am Tag beschäftigt sind, sich ausgebeutet fühlen und lediglich einen Hungerlohn verdienen. Außerdem seien Sie rechts- und versicherungslos, sprechen kaum Deutsch und sind schlecht ausgebildet. Dieses Bild haben viele von osteuropäischen Betreuungspersonen, die in deutschen Privathaushalten in der sogenannten „24-Stunden-Betreuung oder Pflege“ (Betreuung in häuslicher Gemeinschaft) tätig sind. Doch die Realität sieht völlig anders aus: Die Betreuungspersonen betrachten sich selbst als fair behandelt und empfinden ihre Entlohnung meist als angemessen.

Die Erkenntnisse der Studie

Um fundiert darzulegen, dass die allgemeine Sichtweise von der tatsächlichen Situation abweicht wurden 904 eingegangene Datensätze von polnischen Betreuungspersonen, 65 von Dienstleistungsunternehmen und 94 von Familienangehörigen pflegebedürftiger Personen ausgewertet. Qualitativ wurden 11 Tagesablaufprotokolle vor Ort bei Familien mit Betreuungsperson erhoben. Der verwendete Datensatz stellt die umfassendste wissenschaftliche Erhebung unter ausländischen Betreuungspersonen in deutschen Haushalten dar, die bis dato durchgeführt wurde.

Der Studie zufolge sind die Hauptaufgaben dieser Personen die klassische Hauswirtschaft (2:42 Stunden/Tag), Betreuung (2:15 Stunden/Tag) und Grundpflege (1:41 Stunden am Tag). Die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit von Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft beträgt laut der Studie sechs Stunden und 47 Minuten, was rund 45 Stunden in der Woche ausmacht. Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen dieser Betreuungspersonen beträgt rund 1200 Euro bei freier Kost und Logis. Dies ist in etwa mit einem Bruttoeinkommen von 2000 bis 2200 Euro gleichzusetzen.

Die zentralen Erkenntnisse der Studie überraschen: Die überwiegende Mehrheit der Betreuungspersonen bewertet ihr Beschäftigungsverhältnis als fair und durch einen hohen Grad an Autonomie gekennzeichnet. Knapp 98% der Befragten verfügen über umfassende Erfahrung als Betreuungsperson, 78% von ihnen besitzen mindestens Abitur.

Der vollständige Forschungsbericht steht unter folgendem Link zum Download bereit:

http://www.vhbp.de/system/resources/W1siZiIsIjIwMTgvMDEvMzAvMTMvMzkvMDAvNDUwL0ZvcnNjaHVuZ3NiZXJpY2h0X0JpaEdfU3R1ZGllX1N0YW5kXzE1LjEuMjAxOC5wZGYiXV0/Forschungsbericht%20BihG%20Studie_Stand%2015.1.2018.pdf

Eine bildliche Zusammenfassung finden Sie unter folgendem Link:

http://www.vhbp.de/system/resources/W1siZiIsIjIwMTgvMDYvMTkvMDcvNDkvMDIvOTIzLzE4MDYxOF9WSFBCX0RhdGVuYmxhdHRfU3R1ZGllX1RfdGlna2VpdHNwcm9maWxfQmloRy5wZGYiXV0/180618%20VHPB%20-%20Datenblatt%20Studie%20T%C3%A4tigkeitsprofil%20BihG.pdf

 

 
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