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Was versteht man unter Verhinderungspflege?

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Ersatzpflege. Sie kann für maximal 42 Tage (also sechs Wochen) im Jahr in Anspruch genommen werden. Bevor Verhinderungspflege beantragt werden kann, muss die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate lang in ihrer häuslichen Umgebung durch Ihre private Pflegeperson versorgt worden sein. Die Verhinderungspflege kann sowohl von einer erwerbsmäßig tätigen Pflegeperson als auch von Personen, die mit dem Pflegebedürftigen nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind, übernommen werden. Auch Nachbarn oder Bekannte können die Aufgabe übernehmen. Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 2 bis 5, die ambulant und nicht ausschließlich vom Pflegedienst versorgt werden, haben Anspruch auf Leistungen der Verhinderungspflege.

Noch Fragen? Wir beraten Sie wirklich gern!

Wie hoch ist mein Anspruch bei der Verhinderungspflege?

Die Leistungen der Pflegeversicherung umfassen maximal € 1.612,- im Kalenderjahr. Die Höhe der bewilligten Leistung hängt hierbei davon ab, von wem die Pflege übernommen wird. Wird die Verhinderungspflege von nahen Angehörigen übernommen, die nicht im Pflegebereich erwerbstätig sind, wird von den Pflegekassen lediglich der Betrag des Pflegegeldes ausgezahlt.

Dieser fällt je nach Pflegestufe unterschiedlich aus. Doch auch hier können die Leistungen auf bis zu € 1.612,- aufgestockt werden, wenn nachgewiesen wird, dass besondere Aufwendungen der Pflegeperson notwendig sind. Hinzu kommt, dass mit dem Pflegestärkungsgesetz 2015 eingeführt wurde, dass weiterhin 50 % der Kurzzeitpflege (diese beträgt ebenfalls € 1.612,- pro Jahr) mit der Verhinderungspflege kombiniert werden können. Eine Bedingung hierfür ist, dass die Leistungen auf Kurzzeitpflege im laufenden Kalenderjahr noch nicht beansprucht wurden und ein Verzicht auf weitere Beanspruchung erklärt wird. Werden beide Beträge miteinander kombiniert, steigt das Budget für die Verhinderungspflege auf insgesamt € 2.418,- pro Jahr.

 

Liebevolle 24 Stunden Betreuung durch eine polnische Pflegekraft

Verhinderungspflege und Pflegegeld

Seit Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes wird während der Zeit der Ersatzpflege das
Pflegegeld weiterhin zur Hälfte gezahlt.

RECHENBEISPIEL für das Pflegegeld während der Verhinderungspflege:

Die bisherige Pflegekraft möchte sich zur Erholung für einen gesamten Monat aus der Betreuung zurückziehen. Vor der Verhinderungspflege wurde Pflegegeld für den Pflegegrad 3 in Höhe von € 545,- im Monat gewährt.

Für den ersten und den letzten Tag wird das volle Pflegegeld bezahlt (2/30 von € 545,- = € 36,34).
An den übrigen 28 Tagen wird die Hälfte der Leistungen gezahlt (28/30 von € 272,50,- = € 254,24).

Insgesamt werden also € 290,58 an Pflegegeld während des Zeitraums der Ersatzpflege ausgezahlt.

STUNDENWEISE VERHINDERUNGSPFLEGE

Ebenfalls haben pflegende Angehörige den Anspruch darauf, das Verhinderungspflegegeld stundenweise in Anspruch zu nehmen. Diese Art der Leistung kann beispielsweise verwendet werden, wenn Sie sich als angehörige Person für einen Abend eine Auszeit nehmen möchten um privaten Dingen nachzugehen und hierfür eine Ersatzpflege benötigen. Es wird empfohlen, vorher mit der Pflegekasse abzuklären, wie die stundenweise Verhinderungspflege am besten abgerechnet wird. Der Betrag von € 1.612,-im Jahr darf auch hierbei nicht überschritten werden.

WO STELLE ICH DEN ANTRAG AUF VERHINDERUNGSPFLEGE?

Den Antrag für die Verhinderungspflege stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse. Das Formular können Sie schriftlich oder telefonisch bei der jeweiligen Pflegekasse anfordern. Viele Pflegekassen bieten bereits Formulare zur Beantragung der Verhinderungspflege auf Ihrer Hompage zum Download an! Den Antrag für die Verhinderungspflege können Sie übrigens sowohl im Vorfeld als auch rückwirkend beantragen.

Wichtige Voraussetzungen
für Verhinderungspflege auf einen Blick.

  • Es liegt ein Pflegegrad zwischen 2 und 5 vor.

  • Der zu Pflegende muss durch eine private Pflegeperson mindestens 6 Monate zuvor betreut worden sein. Der Beginn der Pflegezeit wird meist mit dem Zeitpunkt der Genehmigung des Pflegegrades gleichgesetzt.

  • Die Pflegeperson möchte sich vorübergehend, maximal für 6 Wochen, aus der Pflege zurückziehen. (Wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen Gründen)

  • Achtung! Wird der zu Pflegende ausschließlich über einen Pflegedienst betreut und nicht von den Angehörigen, können die Angehörigen keine Verhinderungspflege beantragen.


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